Museum Nienetwil

Wer im Museum Nienetwil verstaubte Vitrinen erwartet, wird enttäuscht werden, denn so eine Art Museum ist das nicht. Vielmehr empfängt einen ein begehbares Kunstobjekt.

Das von der Stansstader Künstlerin Elionora Amstutz zusammen mit Simon Meyer konzipierte und gestaltete Museum Nienetwil zeigt sich als ein dunkelblauer Raum, der Assoziationen von einem Traum, der Tiefsee oder einer unterirdischen Grotte hervorruft. Nur schemenhaft sind Dutzende Objekte zu erkennen, die, ebenfalls in Blau gehalten, die Wände bedecken.

Kleine Taschenlampen erlauben den Besuchenden, die einzelnen Objekte selbst zu erkunden. Das schwache Licht gibt jedoch nur den Blick auf wenige Gebilde auf einmal frei, der Raum als solches bleibt im Dunkeln. Zivilisationsmüll ist es, den man entdeckt, jedoch auf eine ganz und gar eindrückliche Art – als beginge man in einer Mondnacht eine archäologische Grabung im Jahr 3000.

In einzelnen kleinen Nischen verstecken sich die Artefakte der Nienetwiler Kultur, lassen einen Beispiele der Nienetwiler Sprache Alaju hören oder zeigen Videosequenzen.

Durch einen niedrigen Durchgang erreicht man den zweiten Raum, das wissenschaftliche Labor/Büro des Museums. Hier wird das Spiel mit der Geschichte, von Fakten und Erfindungen auf eine neue Ebene gehoben: Während man auf der einen Seite des Büros Unterlagen dazu sieht, was die Erfindung der Nienetwiler Kultur zutage fördert – also Sprache, Schrift, Biografien, Zahlensystem und Artefakte –, werden diese gleich auf der anderen Seite fundiert und systematisch wissenschaftlich erforscht. Kaum sieht man die eine Seite, hat man die andere bereits wieder vergessen und kann in spannenden Fundobjekten und Akten stöbern. Kleine Notizzettel an den Wänden animieren dazu, über das Thema Geschichte nachzudenken, welche Macht das rückwirkende Erfinden von Geschichten und Helden hat und wie gross ihr Einfluss auf unsere Gegenwart und Zukunft ist. Andere Notizen geben wiederum Hinweise darauf, dass die visionäre Vergangenheit nicht nur Theorie, sondern Werkzeug zur Veränderung der Zukunft sein könnte.

Es ist geplant, in diesem zweiten Raum abwechselnde Ausstellungen zum Thema Utopien, visionäre Vergangenheit und anderen Themen zu zeigen.


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